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“Bringt sie zurück.”, die Worte kamen keuchend über ihre Lippen. “Weg von hier.” Wankend versuchte das Mädchen das Gleichgewicht zu halten. Ihr rasselnder Atmen unterbrach unangenehm die Stille im Raum. “Löscht ihre Erinnerungen”, sie hustete einige Male, bevor sie fortfuhr, “sie soll sich an nichts erinnern.” Für einen Moment hob sie den Kopf und sah mit leerem Blick auf das Mädchen, welches weinend ihren Kopf auf die Hände stützte. Sie bemerkte nicht, dass man sie ansah. “Niemand soll das. Alle sollen mich …” Sie stockte und viel auf die Knie. Der Ausdruck von Schmerz lief über ihr Gesicht, als sie sich mit den Händen abstützte.
Ohne eine Gefühlsregung erkennen zu lassen, beobachteten die weiteren Zuschauer dieses. Das weinende Mädchen schluchzte auf, wollte aufstehen, wurde jedoch von einer Person hinter ihr wieder zu Boden gedrückt.
“… vergessen.”, in dem Wort klang jeder Schmerz mit, dem man ihr ansah und jener, welcher begann ihren Körper von innen zu zerreißen.
Fäuste schlugen auf den steinernen Boden und eine schrille Stimme schrie durch den Raum: “Ich werde dich nicht vergessen! Nie!” Die, von den Tränen, roten Augen, waren auf das leidende Mädchen gerichtet und Hoffnungslosigkeit stieg weiter in ihr auf. Der junge Mann, welcher sie immer wieder zurückhielt, sah sie zum ersten Mal ernst an. Wendete den Blick jedoch wieder zum vor Schmerz keuchenden Mädchen. Seine Stimme klang traurig und bedauernd, als er sprach: “Weißt du, was du da sagst?”
Zitternd, unter den Schmerzen, sah ihn das kniende Mädchen ihn träge an.
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Ihre Haut war aschfahl und das dunkle Blut bildete Linien, Flächen und Muster auf ihr. Ihr Haar war zerzaust und durchnässt von der dicken Flüssigkeit und von ihrem Kinn fiel immer wieder ein Tropfen zu Boden.
“Verdammt, helft ihr doch!”
Abermals sprang das Mädchen vorwärts, doch diesmal schien der junge Mann seine Geduld verloren zu haben. Er packte sie unsanft an der Schulter und warf sie zurück auf den Boden. Erschrocken starrte sie ihn an. Die schlang ihre Arme um ihren Körper und versuchte leise zu schluchzten, während die Tränen ungehemmt über ihr Gesicht flossen.
“Menschen sind dumm.”, in all ihrem Pein und Schmerz, versuchte sie noch ein letztes Mal zu lächeln, “So dumm.”
Flehen lag in ihrem Blick, als sie den jungen Mann ansah und weiter sprach: “Sie sterben aus Trauer, bitte …”
Sie unterbrach sich. Ihre Augen begannen jeglichen Ausdruck zu verlieren und ihr Körper fiel schwer zur Seite. Reglos lag sie am Boden, während ihr Blut weiter auf den Boden floss und sich begann, um ihren Körper zu sammeln.
Ein Schrei lies einige Personen zusammenzucken, sie erkennen, dass unter ihnen, immer noch ein weiteres fremdes Mädchen war. Panisch und angsterfüllt stolperte sie vorwärts, bereit mit dem Mann zu kämpfen, welcher sie bisher immer zurückhielt. Doch er beachtete sie nicht und starrte auf das blutüberströmten Körper. Jemand anderes eilte zu ihr, riss sie zurück und hielt sie fest mit seinen Armen umschlungen. Wütend versuchte sie um sich zu schlagen und als dies nichts half, schrie sie verzweifelt.
“Wieso lasst ihr sie sterben?”, die Worte sprudelten hasserfüllt aus ihr. Niemand sah sie an. Nach einigen Augenblicken sprach die traurige und bedrückte Stimme, die Worte, welche außer ihr jeder bereits wusste: “Wenn ich etwas für sie hätte tun können, dann hätte ich es getan.” Sie starrte auf seinen zitternden Körper und sah, wie er die Hand zu einer Faust ballte.
“Was weißt du schon?”, schrie er in den Raum und flüsternd fügte hinzu, “Ihr Menschen, nennt meine Gefühle Liebe.”
Bedrückt sahen alle Personen außer ihm im Raum von ihrem Körper weg und die Arme die zuvor das Mädchen davon abhielten ihrer Freundin zu helfen, lösten ihren Griff. Weinend sackte das Mädchen wieder auf den Boden und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.