Tags

, ,

Das ungehaltene Knirschen, von zarten Mädchenfüßen über den zahlreich gebildeten Pfad mit Steinen, störte die ungebrochene und bestimmte Stille der Rosen, während die beinahe erwachsene Gestalt des Mädchens zwischen den unzähligen wilden Pflanzen umherschlich. Die stolzen Gewächse beugten ihr Antlitz, geschmückt von roten Blütenblättern, über den gebetteten Weg, auf welchem das Mädchen so nervös wandelte.

Langsam erstarben die Töne der scharrenden Steine, als ihre Schritte verebbten und zuerst ihr Blick, dann ihr Geist, von einer Knospe, so unbedeutend neben den mächtigen, vollendeten Blüten, in den Bann gezogen wurde. Ein Windhauch zog auf und lies die jungen Blätter der unvollkommenen Königin erzittern, bevor auch sie sich erhob und sich in ihrer Pracht zeigte. Wie aus zarter Seide geflochten, entfalteten sich die roten Blüten vor dem gerührten Mädchen.

Aus den Schatten der Rosen trat ein Mann hervor, seinen Blick an dem weiblichen Geschöpf vor den Rosen ruhend liegend, schritt er den Weg zu ihr entlang. Seine Lippen waren von einem Lächeln umspielt, während sein Körper von der flüchtigen Farbenpracht der Rosen bedeckt war. Als er zwei Armlängen von ihr verblieb, steckte sich seine linke Hand dem Mädchen entgegen. In ihr liegend befand sich ein Gewächs, mit Dornen, welche es nicht vermachten es zu schützen, und zarten roten Blättern, die langsam verwelkten.

Ist es dies, was du suchst?, sprach die männliche Stimme leise und wissend. Da nickt das Mädchen und Tränen flossen über die bleiche Wange, dennoch streckten sich ihre Finger zaghaft und begierig nach der Pflanze. Dann flüsterten die fremden Lippen ihr wieder verführende Worte entgegen: All dies erblühte nur für dich, so komm mit mir, denn verzweifelt ich suchte jahrzehntelang nach dir.