Tags

, , , , , , , , ,

Die graue kleine Maus läuft mit einem aufwendig verzierten Metalllöffel über den Tisch und piepst dabei aufgeregt, “Was ist der Unterschied zwischen einem Gummiband und einem Zuckerwassertrinkenden rosigroten Schnabeltier mit grünen Schuppenschwanz?”
Der Hase hält inne die Zuckerwürfel auf der Sessellehne zu stapeln.
“Der Teller!”, schreit er in die Runde.
Der Hutmacher sieht von der Maus auf und hebt die Augenbrauen.
“Das Gummiband küsst den Teller?”, fragt er nachdenklich.
Doch da klopft schon die Maus empört mit dem Löffel auf seine Zuckerdose.
“Nein, nein, nein.”, piepst die Stimme erneut, “Das ist doch offensichtlich. Sieht man doch! Die Attitüde.”
“Ah.”, entkommt es dem Hasen und streckt, wie bei jeder seiner Erkenntnisse, den Zeigefinger gegen den Himmel.
Der Hutmacher rührt seinen Tee um und beugt sich dann zur Maus vor, welche gerade in die Zuckerdose klettert.
“Das ist wie bei einem Bastrohr.”, flüstert er.
“Ähnlich. Die Stufen sind anders! Nicht aus Holz, aus Schlamm.”, erklärt die Maus in die Zuckerdose hinein genuschelt.
“Gerührt oder geschüttelt?”, fragt der Hutmacher hartnäckig nach und hält der Maus einen Finger hin, damit sie hinein klettern kann.
Die Maus nickt anerkennend und steigt über den Finger des Hutmachers in die Dose, bevor sie kopfschüttelnd und piepsend auf seine Frage antwortet, “Schlamm kann man nicht schütteln, sei nicht albern!”
“Etwas Tee noch!”, unterbricht der Hase die beiden und gibt den Deckel auf die Zuckerdose. Gedämpft kann man ganz leise ein piepen vernehmen.
Der Hutmacher schnellt wieder hoch.
“‘Türlich, ‘Türlich, mein verehrter Herr.”, sagt er und tippt dabei die blaue Keramikteekanne an und dann die grüne. Blau. Grün. Blau. Grün. Schließlich nimmt er die blaue und schenkt dem Hasen seine Tasse nach.
“Oh, uioh, sieh an, wer hier kommt.”, kichert der Hase aufgeregt und schüttet dabei den Tee auf die weiße Tischdecke.
Der Hutmacher nimmt seinen Kopf in die Hände und dreht ihn in Richtung der Neuankömmlinge.
“Die König!”, stellt er fest.
“Mit Haustier!”, ergänzt der Hase.
“Sieh die Haltung!”, bafft der Hutmacher.
“Wie ein verschreckter Tassenschrank!”, lacht der Hase und verschüttet auch den letzten Rest des Tees.
Der Hutmacher lehnt sich zurück und nippt an seinem Tee, während die Königin und ihr Gefolge den holprigen Zick-Zack-Pfad zwischen den Bäumen Schritt für Schritt und sehr bedacht zum Tisch kommen.
“Aber ein verbogener.”, meint er nachdenklich.
“Und so blond. Zu untypisch.”, gibt der Hase noch zu bedenken.
“Maus! Maus!”, brüllte die Königin, noch bevor sie den Tisch endgültig erreicht hatte.
Das Mädchen an Seiten der Königin war sichtlich verwirrt.
“In der Zuckerdose…”, beginnt der Hutmacher verträumt.
“… träumt vom Gummiband..-“, lächelt der Hase zuckersüß und stützt seinen Kopf am Tisch ab.
“… mit warm gestreifter Hose!”, reimt der Hutmacher.
“Uh, das gibt ‘nen Einwand!”, meckert der Hase und tadelt den Hutmacher mit den Fingern.
“Die sind doch verrückt…”, flüsterte das blonde Mädchen neben der Königin.
“Verrückt?!”, der Hase hörte auf und sah zu ihr, “Was sagt …”
“Maus!”, schrie die Königin erneut.
“Uh, Maus, Maus, komm heraus!”, sang der Hutmacher darauf hin und hob den Deckel der Dose etwas an.
“Wer will, ahh, nicht da…”, hörte man es aus der Zuckerdose leise piepsen.
Der Hutmacher legte ein verschwörerisches Grinsen auf und beugte sich vor. Dann legte er den Deckel ganz beiseite und packte die Maus am Schwanz.
“Da hab ich sie!”, schrie er und sprang triumphierend auf.
“Mein Schwanz”, , kreischte die Maus, “mein Schwanz!”
“Maus! Dein Auftrag! Berichte!”, brüllte die Königin der kopfüberhängenden Maus entgegen. Diese funkelte daraufhin den Hutmacher böse an und beschloss sie schließlich doch abzusetzen.
“Oh, ja, natürlich.”, die Maus räusperte sich, “Das Gummiband und das Zuckerwassertrinkende rosigrote Schnabeltier mit grünen Schuppenschwanz.”
“Ich warte!”, kreischte die Königin schon fast.
“Karte!”, schrie der Hutmacher.
“Rate!”, brüllte der Hase.
“Starte!”, heulte der Hutmacher auf.
“Schluss da! Maaaus!”, beendete die Königin das Reimen der beiden mit ihrer gewaltigen Stimme.
“Das Gummiband ist unschuldig!”, piepste die Maus so laut sie konnte.
“Uh!”, ging das Raunen durch die Runde, selbst die Wachen der Königin stimmten mit ein.
“Dann rollt der Kopf des Schnabeltiers!”, schrie die Königin, während sie sich zu den über diese Wendung erstaunten Wachen umdrehte. Stille.
“Jedes Schnabeltiers?”, fragte schließlich einer zögerlich.
“Nein, Zuckerwasser muss es trinken und einen blauen Schuppenschwanz besitzen!”, brüllte die Königin ihn an und ihr Kopf lief rot an.
“Wars der nicht rotgelb!”, kicherte der Hase laut.
“Nein, nein, nein! Grün mit Schuppen!”, versuchte die Maus erneut laut piepsend aufzuklären.
“Ihr seid verrückt!”
Alle starrten das blonde junge Mädchen an, die mittlerweile von der Königin und den Wachen weg gewichen war.
“Red’ nicht so mit uns!”, belehrte der Hutmacher sie mit empörten Blick.
“… bleib ich nicht.”, murmelte sie und schrie dem Hutmacher dann ins Gesicht, “Ich geh!”
“Wo willst du hin?”, fragte das Grinsen im Blätterzweig über ihr mit verführerischer Stimme. Doch sie stampfte bereits durch das Laub, weg vom Teetisch.
“Der Tee!”, schrie ihr der Hase hinterher und bemerkte nun seine leere Tasse.
“Ich bin zu beschäftigt dafür! Holt mir das Schnabeltier!”, donnerte die Königin eine Wache an und machte kehrt am Zick-Zack-Pfad.
Der Hutmacher setze sich darauf hin wieder und die Haus kam zu ihm gelaufen. Sie zerrte an seinem Ärmel.
“Hutmacher, setz’ mich zurück!”, piepste sie, “Meine Zuckerdose!”
“Hihi, putz erst mal deine Hose!”, kicherte der Hutmacher und stupste die Maus an der Hüfte.
“Besucher! Besucher!”, schrie der Hase aufgebracht wie ein Wecker.
“Keine Zeit!”, murmelte der kleine Hase mit der Taschenuhr, der plötzlich aus dem Wald gehoppelt kam.
“Oh der Hase…”, murmelte die Maus während der Hutmacher sie in die Zuckerdose zurücksetze und den Deckel drauf tat.
“Sprich! Hase! Wo ist keine Zeit?”, fragte der Hutmacher neugierig.
“Alices Zeit ist vorbei!”, entgegnete er auf die Uhr blickend hastig.
“Haha, sie bleibt also da?”, lachte der Uhrmacher und schlug die Hände auf den Tisch und blickte dem Hasen noch kurz nach, wie er die Königin einholen wollte.
“Tee!”, schrie der Hase und streckte seine leere Tasse dem Hutmacher entgegen.
Grinsend nahm der Hutmacher die grüne Teekanne und füllte das Wasser darin in einen Teller.
“Hier ein Teller!”, rief er dem Hasen über den Tisch zu reichte ihm den Teller.
Dankend lies dieser die Teetasse darin fallen und nahm ihn. In der Ferne, zwischen den Bäumen, konnte man die Königin immer noch laut genug brüllen hören, “Sie bleibt also! Unwichtig! Zurück zum Palast!”