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Sehr komisch. Papa ist schon Zuhause. Papa sitzt im Badezimmer am Boden. Das tut Papa sonst nie. Papa schaut auch ganz schlecht aus. Papas Gesicht ist ganz weiß. Ganz leise sagt Papa etwas. Aber ich kann es nicht verstehen. Mama glaube ich auch nicht. Dann spuckt Papa neben das Klo. Es ist total grausig. Es riecht ganz schlecht. Papa tut so etwas nie. Papa ist sonst immer gesund. Mama ist auch ganz aufgeregt. Mama sagt mir ich soll in die Küche gehen und ein Tuch holen. Die Spucke am Boden schaut komisch aus. Es riecht auch noch immer grauslich. Aber Mama tut es schon mit einem Tuch weg. Dann ist Mama böse und sagt ich soll in die Küche gehen. Dann geh ich auch weg. In die Küche. Aber im Badezimmer sind ganz viele Handtücher. Und Tücher zum sauber machen. Das sagt Mama sonst auch immer. Die in der Küche sind die Schönen. Die sind auch bunt. Im Kasten sind sogar fast keine Tücher. Die anderen sind dreckig. Das Rote oder das Braune? Das Braune ist nicht hübsch. Das mag ich nicht. Das kann dreckig werden. Das bring ich Mama. Aber dann war Mama schon da. Mama ist ganz laut. Sagt ich muss meinen Rucksack einpacken. Wir müssen weg. Mama sagt mir aber nicht wieso. Papa ist auch noch nicht wieder da. Mama schreit mich nur an. Dann nimmt Mama mir das Tuch weg. Und sagt ich muss mich beeilen. Immer wieder.

Wir fahren schon ganz lange Auto. Mama sitzt beim Lenkrad. Mama ist noch nie dort gesessen. Papa geht es immer noch nicht gut. Papa schlaft jetzt. Mama hat gesagt er ist krank. Deswegen muss ich leise sein. Darf Papa nicht aufwecken. Muss brav sein. Dann spielt Papa mit mir. Aber zuerst muss Papa schlafen und gesund werden. Mir ist trotzdem langweilig. Autofahren ist langweilig. Ich hab auch nichts zum Spielen mit. Mit meinem Lieblingsbleistift darf ich nicht malen. Nicht im Auto. Mama sagt immer das darf ich nicht. Mama hat gesagt, ich soll die roten Autos zählen. Am Anfang waren auch ganz viele. Aber hier ist nur mehr Wiese. Fast keine Autos. Dann kommen auch immer nur Schwarze. Oder blaue. Oder große Lastwagen. Die sind nie rot. Aber ich muss leise sein. Mama hat gesagt ich darf nicht laut sein. Auch nicht singen. Mama macht sich große Sorgen um Papa. Deswegen muss ich brav sein. Aber mir ist auch schlecht. Im Badezimmer hat es so grauslich gerochen. Dann ist mir noch mehr schlecht. Papa ist es noch nie so schlecht gegangen. Mein Kopf tut auch weh. Vom Autofahren wird mir auch schwindlig. Mir ist schon lange nicht mehr schwindlig geworden. Aber sonst fahrt immer Papa. Mama fahrt nie. Das ist komisch. Heute ist alles komisch.

Alles war schon dunkel, als das Auto stehen bleibt. Heute konnte ich gar nicht draußen spielen. Obwohl die Sonne ganz viel gescheint hat. Mama sagt wir schlafen in einem Hotel. Papa ist immer noch sehr müde. Papa ist auch noch immer weiß im Gesicht. Mama macht sich deswegen sehr viele Sorgen. Aber Mama fragt mich jetzt auch immer, wie es mir geht. Mama ist ganz aufgeregt, weil es mir auch nicht gut geht. Aber Papa meint ich bin nicht krank. Das Autofahren war nicht gut. Das macht mich schwindlig und schlecht. Die Menschen im Hotel sind ganz aufgeregt. Alle sind aufgeregt. Alle sind komisch. Dann gehen wir durch ganz viele Gängen. Alle schauen gleich aus. Wir haben ein ganz großes Zimmer. Papa und Mama haben ein ganz großes Bett. Ich hab ein Kleines daneben. Aber ich bin schon müde. Mama sagt auch ich soll schlafen gehen. Papa ist auch müde. Aber Papa geht noch duschen. Mama hilft ihm dabei. Komisch. Papa kann sich sonst alleine duschen. Papa ist ja schon groß. Aber Mama meint, Papa ist sehr müde und hat keine Kraft. Das ist so, wenn man krank ist, hat Mama gesagt. Das Bett ist ganz weiß und ganz weiß. Aber kalt. Müde. Ich bin so müde. Mama hat gesagt, dass schwindlig sein geht weg. Bald. Das Bett wird auch schon warm.

Mama zeigt mir ganz viel Essen. Auf allen Tischen steht Essen. Es ist ein Frühstückfest hat Mama gesagt. Mama ist böse auf mich. Aber ich hab keinen Hunger. Papa sagt auch ich muss was essen. Dann sitzen wir am Tisch und Mama meckert. Ich mag die Semmel nicht essen. Ich mag auch kein Obst. Ich hab gar keinen Hunger. Papa auch nicht. Weil der isst gar nichts. Papa ist immer noch krank. Aber spuken tut Papa nicht mehr. Dann steht Mama noch mal auf und geht weg. Papa sagt mir ich muss brav sein. Mama macht sich Sorgen und ist auch krank. Aber ich darf Mama nichts davon sagen. Und dann ist Mama wieder da. Mit einer Schüssel bunten Ringen. Mama sagt es sind Cornflakes. Papa lacht und sagt, dass die ganz lecker sind. Milch ist auch in der Schüssel. Weil Papa sagt, die sind lecker koste ich einen roten Ring. Schaut sehr komisch aus. Aber der Ring knistert, wenn man drauf beißt. Und ist ganz ganz lecker. Papa hat recht. Mama lacht auch. Die Gelben sind Mamas Lieblingsringe. Dann isst Mama auch welche aus der Schüssel. Aber Papa isst nichts. Mama auch nicht viel. Ich bin brav. Ich habe die halbe Schüssel gegessen. Weil die Ringe so lecker sind. Hunger hab ich trotzdem nicht. Schwindlig ist mir auch noch.

Mama ist wieder Auto gefahren. Aber jetzt sind wir da hat Papa gesagt. Wir sind bei der Oma. Papa erklärt mir das ist Mamas Mama. Es ist ein ganz großes Haus. Aber die Oma kenn ich nicht. Den Opa auch nicht. Die Oma lacht und zieht mich ins Haus. Aber ich mag nicht. Ich mag bei Mama und Papa bleiben. Mama sagt ich muss brav sein. Dann macht Mama sich wieder Sorgen. Papa ist wieder ganz weiß im Gesicht. Dann erklärt mir Oma, dass Papa schwindlig ist. Mir ist auch schwindlig. Aber dann schaut die Oma komisch. Der Opa Mann redet mit Mama und Papa. Ich kann Mama und Papa aber nicht mehr sehen. Die Oma und ich sind ins Haus gegangen. Ich muss brav sein. Und die Oma ist lieb. Das sagen alle. Sie zeigt mir die Küche. Dann gibt sie mir Kekse. Aber ich mag keine Kekse. Ich hab keinen Hunger. Mir ist auch wieder schlecht. Die Oma lacht. Dann hebt sie mich hoch. Sagt ich bin brav. Alles schaut komisch aus. Überall an den Wänden ist Holz und schaut alt aus. Es riecht auch so komisch. Nicht wie Zuhause. Dann setzt mich die Oma auf ein großes rotes Sofa. Oma ist ganz aufgeregt. Aber Oma und Opa haben kein Spielzeug hat die Oma gesagt. Deswegen schaltet Oma den Fernseher auf. Weil ich brav bin, darf ich Fernschauen. Mama sagt immer ich darf es nicht. Aber heute darf ich. Komisch.

Alles ist hell. Ich kenn das gar nicht. Wo bin ich? Auf den Wänden ist überall Holz. Es ist alles ganz ganz komisch. Und das Bett ist leer. Ein großes Bett. Ich bin im Oma und Opa Haus. Aber wo sind Mama und Papa? Ich tue die Decke weg. Der Boden ist auch ganz kalt. Kurz ist mir schwindlig. Aber dann geht es weg. Alles ist komisch. Oma hat mir gestern alles gezeigt. Damit ich mich nicht verlaufe. Oma hat gesagt ich bin klug. Deswegen kann ich mich gar nicht verlaufen. In der Küche ist niemand. Irgendwo höre ich komische Stimmen. Die kenne ich gar nicht. Die Stimmen kommen aus dem Wohnzimmer. Dann schau ich ganz vorsichtig rein. Mama und Papa sind da. Oma und Opa auch. Und der Fernseher ist aufgedreht. Ein Mann redet darin die ganze Zeit. Dann wechseln die Bilder immer wieder. Papa lacht und winkt mich her. Papa schaut ganz gesund aus. Mama ist auch glücklich. Aber Opa schaut traurig aus. Oma winkt jetzt auch. Sie zeigt auf Kekse. Jetzt mag ich Kekse essen. Dann umarm ich Papa. Oma gibt mir einen Keks. Ein kurzes Zischen. Ich schau auf den Fernseher. Der ist schwarz. Opa sagt, dass wir jetzt nicht mehr Fernschauen. Dann gibt mir Oma noch einen Keks.

Später hat Papa mit mir gespielt. Nur Papa und ich. Papa war ganz glücklich. Weil er wieder gesund ist. Papa hat mir sogar vorgesungen. Aber beim Singen hat Papa traurig geschaut. Das Lied war komisch. Ich hab es nicht verstanden. Aber Papa hat es gesungen.

“Mit Sünden ist mein Karrn beladen, voll mit Unzucht bis zum Kragen …”

Nach der Krisenmeldung des Unfalls im Kernkraftwerk W. I. Lenin gestern ist die Evakuierung der Stadt Prypjat im vollen Gange. Man geht von aus, dass man noch heute alle Bewohner evakuiert haben wird.
Bisher gibt es noch keine Aussagen darüber, wieso beim Unfall in Tschernobyl am 26. April anfänglich lediglich von einem Feuer die Rede war.